Der Aufwand im Winter war allerdings sehr hoch und so habe ich beschlossen nur eine V2 vom Ratatouille, unter der Annahme das dies sehr schnell umzusetzen ist, zu konstruieren.
Der Aufwand war allerdings am Ende auch erheblich und deutlich mehr als erwartet.
Nachdem ich, wie üblich, eine Bau-Blockade hatte kam zum Glück der Corona Lockdown und so ist der Ratatouille V2 doch noch fertig geworden und wird in Kürze eingeflogen.
Ich will hier kurz auf die Änderungen eingehen, nachdem das Ergebnis - zumindest was das Gewicht betrifft - meine Erwartungen mehr als übertroffen hat.
Als Erstes mal das Ergebnis:
WoW konnte meinen Augen nicht trauen 350gr. - Ausgewogen mit Blei! Mein Ziel waren immer die 420gr. von Haralds Ratatouille, wobei ich insgeheim die Hoffnung hatte knapp über die 400 Gramm zu kommen.
350Gramm sind der Hammer und ich habe nie daran geglaubt das dies, mit eigentlich einfachen Maßnahmen, zu erreichen ist.
So was habe ich beim V2 geändert:
1. Aerodynamische Änderungen
Hier habe ich mich zurückgehalten und nur sehr wenige Änderungen durchgeführt. Dies waren
A) Rumpfbreite reduziert
Der Rumpf ist jetzt 6 mm schmäler und durchgehend eine Breite. Das reduziert die Angriffsfläche und ist einfacher zu bauen.
B) V-Form
Am ersten Knick habe ich weiterhin eine V-Form von 8 Grad. Beim 2. Knick bin ich diesmal von 12 Grad auf 16 Grad gegangen. Intention ist das das enge Kurbeln einfacher und besser wird. Der Flugtest muss das noch beweisen.
C) SLW vergrössert
Ich hatte beim V1 immer das Gefühl, dass die Wirkung vom SLW zu gering ist, bzw. ich mit zu großen Ausschlägen arbeiten muss. Darum habe ich das SLW in der Höhe um 4 cm und in der Tiefe um 2,5 cm vergrößert. Die F3/5Jler habe auch sehr große SLW.
Ob es was gebracht hat wird der Flugtest zeigen.
Das war es schon mit den aerodynamischen Veränderungen. der V1 flog meiner Meinung nach schon sehr gut und darum nur einige Details.
Am meisten habe ich an der Konstruktion gearbeitet um das Gewicht zu senken. Im einzelnen sind beim V2 folgende Änderungen eingeflossen:
Als Allererstes habe ich nur ausgesuchtes und leichtes Balsaholz verwendet. Beim Wiegen der einzelnen Bretter war der Gewichtsunterschied frappierend. Das lohnt sich absolut und bringt ohne Zusatzaufwand sehr viel.
Zweitens habe ich Sekundenkleber mit 0,6mm Kanüle benutzt (Danke Stefan!!!). Ich habe noch innerlich geschmunzelt als Stefan meinte das eine Flasche Seku für einen Flieger reicht - No way! Jetzt ist der V2 fertig und ich habe immer noch ein paar Tropfen Seku in der Flasche.
Drittens habe ich alle Bauteile die beim V1 zu "massiv" und zu fest erschienen deutlich erleichtert und in den Dimensionen reduziert.
Gewichtsvergleich Ratatouille V1/V2
A) Rumpf
- Die Seitenteile des Rumpfvorderteils sind jetzt 0,6 mm SPHz mit 1,5 mm Balsa.
- Die Wippe ist weiterhin 1mm CFK aber mit großen Bohrungen. Sieht filigran aus ist aber immer noch sehr stabil.
- Das Servobrett ist jetzt 2 mm SPHz
- Die Flügelbefestigung erfolgt mit M4 Nylonschraube anstatt M5. Kleinvieh macht auch Mist.
- Die Bowdenzugrohre am Heckausleger sind sehr leichte Silikonschläuche
- Der Nasenklotz ist auch an den Seitenteilen ausgespart um den Empfängerakku (300mAh) weiter in die Spitze zu bekommen.
- Die SPHz Spanten sind noch weiter ausgespart worden.
B) HLW/SLW
- Hier gab es keine Veränderung zur V1.
- Weiter 5 mm Balsa auf Profil geschliffen und das SLW sogar vergrößert
C) Mittelflügel
- Beplankung ist jetzt 1 mm Balsa
- Bremsklappen wurden neu konstruiert und erleichtert. Kein SPHz Rahmen mehr dafür das 3mm Balsa mehrfach abgesperrt.
- Holm 6x0,5 mm CFK- in der Mitte auf 40 cm Länge gedoppelt (kann zukünftig weggelassen werden).
- Der untere CFK Holm liegt jetzt auf der Beplankung (verdeckt) und ist an die Stelle der grössten Profildicke gewandert.
- Holmverkastung 3mm Balsa ohne SPHz Verstärkung
- SPHz Rippen mit Aussparungen zur Gewichtsreduzierung. Das selbe beim Nasenklotz für die Aufnahme der Dübels
- Endleiste aus einem Sandwich 1 mm Balsa und 0,4 mm SPHz - sehr filigran
- Dünnes Servokabel mit Schleifkontakt zum Anschluss an den Rumpf
D) Außenflügel
- Beplankung 1 mm Balsa (unverändert)
- SPHZ Anschlußrippe zum Innenflügel mit Aussparungen versehen
- Endleiste aus einem Sandwich 1 mm Balsa und 0,4 mm SPHz - sehr filigran
E) Randbogen
- Nasenleiste 1 mm CFK Stab
- Endleiste 1 mm SPHz
- Abschluß Sandwich 1 mm Balsa und 0,4 mm SPHz - sehr filigran
F) Bespannung
- Oralight - transparent
- Das spart noch einmal ca. 10-15 Gramm Gewicht beim ganzen Flieger
So alles in allem kein großes Hexenwerk und in keinem Bereich ans Limit gegangen. Der V2 fühlt sich immer noch sehr stabil an und man könnte sicherlich noch das eine oder andere Teil abspecken.
Um so sehr war ich verwundert als ich das Gewicht gesehen habe. Meine erste Reaktion war - was habe ich noch vergessen.
So jetzt stehen die Flugtests aus. Nachdem am 11 Mai der Platz wieder geöffnet wird bin ich gespannt wie sich der V2 fliegt.
Ich glaube aber das ich in wahrscheinlich die meiste Zeit balastiert um die 400-429 Gramm fliegen werde.
Nur bei super leichten Bedingungen wir 2019 auf der DM oder 2019 in Dachau mit Rückenwind und verkürztem Seil würde ich die 350 Gramm ausschöpfen.
Aber mal sehen was die Testflüge ergeben.

